Zu Beginn der zweiten Woche verstärkten sieben weitere Sportlerinnen unser Team, das nun mit voller Mann-schaftsstärke von 25 Sportlerinnen und Sportler in die Hauptdisziplinen startete: die Bahnrennen, verteilt über vier Wettkampftage. Wie stark die internationale Konkurrenz war, zeigte bereits ein Blick auf die Startlisten, in denen teils über 70 Rennen pro Disziplin standen – ein Teilnehmerfeld dieser Größe hatte es im Bahnbereich seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.
Sonntag, 2. August – IUF-Slalom und Coasting
Den Auftakt der Bahnrennen bildete der IUF-Slalom. Für Carlotta Buchholz, Amelie Rosemann, Hermine Win-terberg, Karla Nolle Buschmann, Franziska Tepe, Maja Laumann, Max Laumann, Lena Ziegert, Marit Nolle Buschmann und Nicole Hagedorn war es der jeweils erste Start bei einer Weltmeisterschaft. Emilia Quandt fuhr auf einen starken dritten Platz, weitere dritte Plätze holten sich Julia Potthoff, Lisa Hagedorn und Leonie Brandwitte in ihren Altersklassen. Konstantin Brandwitte, Ida Striemer und Sarah Heidecker belohnten sich zudem mit neuen persönlichen Bestleistungen.
Im Coasting sicherte sich Lisa Hagedorn mit 20,80 Metern die weiteste Strecke aus dem EGM-Team.
Montag, 3. August – 800m und 30m Radlauf
Beim 800-Meter-Lauf gingen erstmals alle der 25 EGM-Sportlerinnen und -Sportler an den Start – und das bei Temperaturen, die von angenehmeren Morgenwerten bis auf rund 38 Grad in praller Mittagssonne kletterten und die Langstrecke zusätzlich erschwerten. Hermine Winterberg, Amelie Rosemann und Carlotta Buchholz bewie-sen dabei starke Nerven und fuhren persönliche Bestleistungen, Nele Kuhlmann sicherte sich eine Saisonbest-leistung. Aufs Podium fuhren Franziska Tepe (13-14 Jahre) mit Rang drei und Marisa Löckmann (15-16 Jahre) mit Rang zwei. In der Altersklasse 11-12 Jahre setzten sich Karla Nolle Buschmann (4.) und Hermine Winter-berg (5.) gegen ein starkes Feld von 23 Sportlerinnen und Sportlern durch.
Nach kurzer Pause im Schatten ging es mit dem 30-Meter-Radlauf weiter: Marisa Löckmann fuhr erneut auf Rang drei, Sarah Heidecker (5.) und Lena Ziegert (6.) behaupteten sich in derselben Altersklasse unter insgesamt 23 Starterinnen. Besonders stark präsentierte sich Leonie Brandwitte, die ihre Altersklasse gewann.
Dienstag, 4. August – 100m und 50m Einbein
Bei anhaltender Hitze von bis zu 40 Grad folgten am nächsten Tag die 100 Meter. Emilia Quandt sicherte sich Rang drei in der Altersklasse 15-16 Jahre, unterstützt von Luise Kaiser (10.), Marit Nolle Buschmann (11.) und Mathilda Kaiser (13.) bei insgesamt 28 Konkurrentinnen – alle drei fuhren dabei Saisonbestleistungen. Weitere zweite Plätze holten Leonie Brandwitte und Alexandra Sandmann. Lea Minke verpasste das Podium in der Altersklasse 0-10 Jahre knapp als Vierte, stellte dabei aber eine neue persönliche Bestleistung auf; auch Nicole Hagedorn und Max Laumann fuhren persönliche Bestzeiten. Für einen besonderen Gänsehautmoment im Finale sorgte der Japaner Misaki Ushida, der mit 12,44 Sekunden einen neuen Weltrekord bei den Herren aufstellte.
Am Nachmittag folgte bei mittlerweile über 40 Grad und einem noch heißeren Tartanbelag das 50-Meter-Einbeinrennen. Nina Ehl, Lisa Hagedorn, Marisa Löckmann und Leonie Brandwitte fuhren jeweils auf Rang drei in ihren Altersklassen und auch Alexandra Sandmann (2.) baute ihre Medaillenbilanz weiter aus. Julia Pott-hoff rundete das Ergebnis mit einer Saisonbestleistung ab. Auch hier setzte Misaki Ushida im Finale mit 7,09 Sekunden einen weiteren Weltrekord.
Mittwoch, 5. August – 400m und 4x100m Staffel
Den letzten Wettkampftag eröffneten die EGM-Sportlerinnen mit den 400 Metern, weiterhin bei sehr hohen Temperaturen. Karla Nolle Buschmann holte sich mit Rang drei ihre erste Bronzemedaille, Marisa Löckmann (3.) und Leonie Brandwitte (2.) vergrößerten ihre Medaillensammlung. Nicole Hagedorn, Maja Laumann und Max Laumann erzielten sehr gute Platzierungen und persönliche Bestleistungen. Im 400m-Finale der Herren rundete Misaki Ushida sein Weltrekord-Triple mit 53,71 Sekunden über 400 Meter ab.
Den Abschluss der Bahnwettkämpfe bildeten die 4×100-Meter-Staffeln – bei jeder Meisterschaft ein besonderes Teamhighlight. Die EGM ging mit gleich fünf Staffeln an den Start, darunter eine in der Altersklasse 0-14 Jahre. Diese Staffel mit Amelie Rosemann, Karla Nolle Buschmann, Hermine Winterberg und Franziska Tepe verpassten um wenige hundertstel als starke Vierte knapp das Podium, setzte sich aber unter 16 Staffeln klar im vorderen Feld ab. In der Altersklasse 15+ setzte die Staffel von Leonie Brandwitte, Julia Potthoff, Emilia Quandt und Marisa Löckmann mit Platz 11 unter 52 Staffeln ein starkes Zeichen. Für das gesamte Team waren die Staffelrennen ein wunderbarer Abschluss der eigenen aktiven Wettkämpfe.
Donnerstag, 6. August – Triathlon und Gruppenküren
Auch abseits der eigenen Rennen erlebte das Team besondere Momente: Am Donnerstag entdeckten sechs EGM-Mitglieder den Convention-Bereich der UNICON und starteten früh morgens beim Einrad-Triathlon – 300 Meter Schwimmen, 5 Kilometer Einradfahren entlang der Steyr und abschließend 2 Kilometer Laufen. Für die Sportlerinnen und Sportler war es eine willkommene Gelegenheit, eine neue Disziplin auszuprobieren, und ein weiterer schöner gemeinsamer Teammoment zum Abschluss der WM.
Am Nachmittag traf sich ein Großteil des Teams zu einem der Höhepunkte einer jeden UNICON als Zuschauer: den Klein- und Großgruppenküren. Mit bunten Kostümen, mitreißender Musik und waghalsigen Tricks zauber-ten die Teams besondere Momente und eine ganz eigene, mitreißende Atmosphäre in der Stadthalle von Steyr – ein wunderbarer gemeinsamer Ausklang der Weltmeisterschaft, der noch einmal deutlich machte, was die UNICON so besonders macht: den Zusammenhalt einer weltweiten Einrad-Familie.
Fazit:
Für unsere Sportlerinnen und Sportler war die UNICON in Steyr in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Sportlich konnten sich unsere Sportlerinnen und Sportler mit zahlreichen persönlichen Bestleistungen und unvergessli-chen Highlightmomenten für ihr hartes Training belohnen. Auch die Platzierungen fielen hervorragend aus: zahlreiche Top-Ten-Ergebnisse, der Finalteilnahme im Criterium sowie drei erste, neun zweite und fünfzehn dritte Plätze in den einzelnen Altersklassen. Mindestens ebenso wertvoll waren die Momente abseits der eigenen Wettkämpfe: neue Einraddisziplinen kennenlernen, internationale Kontakte knüpfen und gemeinsam als Team zwei intensive, mitreißende Wochen erleben. Auch unser Trainerteam zieht eine positive Bilanz: „Dass so viele Sportlerinnen und -sportler unseres Vereins bei dieser UNICON dabei waren und dabei so starke Leistungen gezeigt haben, ist alles andere als selbstverständlich. Bei einer derart starken internationalen Konkurrenz eine Top-Ten-Platzierung oder sogar einen Podestplatz zu erreichen, ist eine herausragende Leistung. Wir sind sehr stolz auf das gesamte Team.“
Nach einer kurzen sportlichen Pause richtet sich der Blick des Teams nun bereits auf den letzten Wettkampf der Saison: den heimischen Einrad-Cup Münsterland am 19. September in Warendorf.